Donnerstag, November 09, 2006

Wie war das nochmal mit Roschacher

Es ehrt die Herren Engeler und Baur wirklich, dass sie sich für die armen Menschen einsetzen, die von den Medien sinnlos zerrissen werden. Aber wie war das nochmal mit der gnadenlosen Kampagne, welche die Weltwoche gegen den Ex-Bundesanwalt Valentin Roschacher gefahren hat?

Müssig zu erwähnen, dass der Herr Roschacher bzw. die Institution Bundesanwaltschaft seit Blochers Amtsantritt von ihm mit miesesten Methoden sabotiert wurde (und wird). Diverse Berichte haben denn auch Roschacher schon entlastet (dem man natürlich - genau so wie auch den anderen erwähnten "Opfern" von Medienkampagnen - trotzdem Fehler vorwerfen kann).

Aus Insiderkreisen, sozusagen aus den "Vorderzimmern des Bundes(hauses)", weiss ich, dass der Fall "Blocher vs. Roschacher" noch einiges zu reden geben wird. Nun frag ich mich natürlich, warum das mediale Zerfleischen von (Blochers) ideologischen Gegnern in Ordnung ist (wie zum Beispiel auch der hartnäckige Vorwurf, Camlm-Rey hätte die Ostmilliarde am Telefon versprochen), aber das von (Blochers) Freunden (Swissfirst-Chef Matter) nicht...

3 Comments:

Anonymous Anonym said...

Blocher hin, Blocher her. Ich finde es schon noch wichtig, dass man heute weiss, dass ein Bundesanwalt einen Drogenbaron als Agent Provocateur einsetzte. Zumindest mein Menschenverstand, den ich als eher gesund bezeichnen würde, wird dadurch verletzt.

Dass das offenbar legal oder mindestens nicht verboten war, finde ich fragwürdig und nicht richtig. Stellt Euch mal vor, der wäre auf Euch losgelassen worden. Oder stellt Euch vor, ein Verteidiger würde einen Drogenbaron als Entlastungszeugen aufrufen. Dem würde doch kein Gericht glauben und den Verteidiger würde niemand mehr ernst nehmen.

Da sehe ich den Unterschied zu den Artikel des Blicks über den Pensionskassenverwalter. Der Blick machte eine Privatperson tagelang einfach fertig, weil er viel Geld verdiente - offenbar ohne gute Fakten, wie sich jetzt zeigte. Ein öffentliches Interesse sehe ich auch nicht, im Gegensatz zum Bundesanwalt, dessen Arbeit IMHO von den Medien sehr wohl durchleuchtet werden soll.

10:40 PM  
Blogger Tim der Grosse said...

Ich räume ja ein, dass Roschacher Fehler gemacht hat. Aber auch die Pensionskassengeschäfte waren teilweise sicher nicht ganz sauber (jedenfalls hat der angebliche Saubermann laut Blick eine saftige Busse gekriegt).

Nun finde ich schon, dass Insidergeschäfte etwas Verwerfliches sind, das man beleuchten sollte. Beim Verwalten nicht-privater Gelder (und das sind Pensionskassengelder) sollte erst recht ein Gebot von höchster Transparenz gelten.

So viel zu den Beispielen. Symptomatisch finde ich aber vor allem die Selbstinszenierung der WeWo als angeblicher Saubermann im Medienzirkus, der "nie" jemanden in einer Medienkampagne durch den Dreck ziehen würde. Dabei hat sie im Schlepptau von Blocher genau das mit Roschacher gemacht.

Weitere Beispiele von WeWo-Kampagnen wären die permanenten und schlecht belegten Vorwürfe an Deltenre, Sascha Wigdorovits, Calmy-Rey. Man kann von diesen Leuten und ihren Taten halten was man will, aber die nötige Objektiviät legt hier auch die WeWo nicht an den Tag.

Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man selbst im Glashaus sitzt bzw. erst vor der eigenen Tür kehren....

4:09 PM  
Anonymous Anonym said...

1. Die Busse, die der "frechste Pensionskassenverwalter der Schweiz" zahlen musste, hat nichts mit seiner Tätigkeit als Pensionskassenverwalter der Rieter-PK zu tun. (Das passiert, wenn man nur die BLICK-Aushänge liest...)

2. Der Deckungsgrad der Rieter-PK beträgt über 150%. Das ist beachtlich. Der "frechste Pensionskassenverwalter der Schweiz" hat hervorragende Arbeit geleistet.

3. Wigdorovits, Roschacher, Deltenre und Calmy-Rey sind Personen des öffentlichen Lebens. Der "frechste Pensionskassenverwalter der Schweiz" hingegen nicht.

3:05 PM  

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